Die maltesische Glücksspielbehörde hat letzte Woche ihren ersten Zwischenbericht über die Performance der Online und Offline Glücksspielbranche im ersten Halbjahr 2018 veröffentlicht. Dem Bericht zu Folge machte der Glücksspielsektor im Sommer 2018 in Malta mehr als 6.800 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze aus. Besonders umsatzstark war der Online Casino Sektor.

Portrait.
Die MGA ist für die Lizensierung aller im Land registrierten Online Anbieter verantwortlich.

Valletta, Malta – Die maltesische Glücksspielbehörde MGA hat vergangene Woche ihren ersten Zwischenbericht für die Online und Offline Glücksspielbranche für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Darin zieht die Behörde nicht nur Schlüsse über die eigene Performance wie die Anzahl der vergebenen Lizenzen, sondern führt auch Kennzahlen zur Beschäftigung und Wertschöpfung im Glücksspielsektor auf. Dem Zwischenbericht der MGA zufolge nahm die Republik Malta mit direkten Steuern auf Online Glücksspiel im ersten Halbjahr 13,6 Millionen Euro ein.

Millionenschwere Industrie

Der Inselstaat in Mittelmeer ist aufgrund seiner umfangreichen Ausgestaltung des Rechtsraumes zum Lokalen- und zum Fernglücksspiel zu einem attraktiven Standort in der Branche geworden. Dies wirkt sich auch natürlich auf die maltesische Wirtschaft aus, die mittlerweile maßgeblich durch den Glücksspielsektor geprägt wird. Nicht nur traditionelle lokale Casinos erfreuen sich dank gestiegenem Tourismus und nationalem Einkommen an höheren Besucherzahlen. Auch die im Land ansässige Online Glücksspielbranche wächst prächtig und beschert dem maltesischen Staat immer höhere Steuereinnahmen.

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Die maltesische Wirtschaft ist stark auf die iGaming Branche ausgerichtet.

Laut den im Bericht veröffentlichten Kennzahlen macht die Glücksspielbranche rund 12% der Bruttowertschöpfung im Land aus. Der Sektor ist außerdem im ersten Halbjahr von 2018 mit einem Wachstum von 12,1% schneller als die Gesamtwirtschaft gewachsen. Das ganze Ausmaß der Branche zeigt sich auch an den 6.850 Vollzeitäquivalenten Stellen, die der Glücksspielsektor im Land geschaffen hat.

Boomende Online Branche

Einen großen Zuwachs kann zweifelsohne die Fernglücksspielbranche verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der vergebenen Lizenzen für den Online Spielbetrieb um 18,5% gestiegen. Zur Mitte des Jahres führte die MGA 291 Unternehmen mit mindestens einer Fernglücksspiellizenz.

Lizenzen werden in verschiedenen Kategorien zu geführt. Die am häufigsten vergebene Erlaubnis ist die Typ 1 Lizenz, die Anbieter zum Ausrichten von klassischer Casinospiele mit repetitivem Ablauf wie beispielsweise Roulette oder Automatenspiele und Online Lotterien bemächtigt. Erwartungsgemäß fand hier im ersten Halbjahr von 2018 im Vergleich zum Vorjahr das größte Wachstum statt. Unter Typ 2 sind Lizenzen für Wettspiele und Sportwetten zusammengefasst. Hier findet sich mit 18,3% der zweitgrößte Anteil. Die am wenigsten vergebenen Lizenzen waren für Dienste wie Pokernetzwerke, bei denen mehrere Spielerinnen und Spieler gegeneinander antreten und Aufbaulizenzen um Spiele und Dienstleistungen anderer Anbieter bereitzustellen. Durch die Vereinfachung der Glücksspielgesetze im Sommer 2018 werden auch in Zukunft mehr Anträge und Lizenzvergaben erwartet.

Besonders beliebt ist das sogenannte Fernglücksspiel bei Männern zwischen 25 und 34 Jahren. Eine im Bericht angeführte Statistik geht davon aus, dass nur 21,5% der Spieler im Online Sektor weiblich sind. Insgesamt bescherte der Online Glücksspielsektor der Republik Malta im ersten Halbjahr von 2018 direkte Steuereinnahmen von 13,6 Millionen Euro. Etwa die Hälfte dieses Betrages wurde mit der Besteuerung von Sportwetten eingenommen. Online Casinos machen etwa ein Viertel der mit Online Glücksspiel eingenommenen Steuern aus. Vergleichsweise unbedeutend ist dagegen der Anteil der Steuereinamen durch Pokernetzwerke.

Was braucht man für eine maltesische Glücksspiellizenz?

Vor der Vergabe einer Erlaubnis prüft die Glücksspiele MGA den Geschäftsplan des Antragstellers. Anschließend wird beurteilt, ob der Anbieter alle Rechtsvorschriften einhalten kann. Zum abschluss wird ein Systemtest vorgenommen, bei dem die Software des Antragsstellers auf ihre technische Funktionalität überprüft wird.

Auch Besucherzahlen örtlicher Casinos nehmen zu

In Malta werden derzeit vier lizensierte örtliche Casinos Betrieben. Dazu gehört das Dragonara, Portomaso, Oracle Casino und das Casino Malta. Imme mehr Besucherinnen und Besucher kommen als Touristen aus dem Ausland. Der Bericht lässt außerdem weitere Rückschlüsse auf das Spielerprofil zu. Laut den erfassten Besucherzahlen stieg besonders bei den 35- bis 54-jährigen die Lust zu Spielen an. Zwar gingen die Besucherzahlen bei den über 65-Jährigen um 19% zurück, dennoch macht diese Altersklasse mit Besucheranteilen von knapp 30% die größte demographische Gruppe aus. Mit einer Geschlechterbalance von 38,5% zu 61,5% ist zumindest das Land-basierte Spielen nach wie vor bei Männern deutlich beliebter als bei Frauen. Deutlich höher ist dagegen die Anzahl der Spielhallen, die mit den deutschen Automatencasinos vergleichbar sind. Laut den für den Bericht erhobenen Zahlen, ziehen diese Etablisments vorwiegend lokale Spieler mittleren Alters und männlichen Geschlechts an.

Neue Gesetze für den gesamten Glücksspielmarkt

Das erste Halbjahr von 2018 war für die in Malta ansässige Spieleindustrie besonders durch die Überarbeitung der geltenden Glücksspielgesetze durch das maltesische Parlament und Staatssekretariat für Finanzen geprägt. Die Gesetzesänderung fasst ältere Vorschriften zusammen und ersetzt diese, um ein einheitliches, koheräntes Glücksspielgesetz zu schaffen und Mehrfachkontrollen abzuschaffen. Durch die Neuauflage wurde auch die Position der Glücksspielbehörde gestärkt. Diese hat nun zum Beispiel mehr Kapazitäten zur Überwachung der Einhaltung der Geldwäsche- und Datenschutzvorschriften. Dafür ist die Behörde auf 166 Mitarbeiter angewachsen.

Wofür ist die MGA verantwortlich?

Die maltesische Glücksspielbehörde wurde geschaffen, um die Spiel-Fairness sicherzustellen, minderjährige und suchtgefährdete Personen zu schützen und um gegen Betrug und Geldwäsche vorzugehen. Zu ihren Aufgaben gehört die Schaffung von Spielvorschriften und Richtlinien, die Vergabe und Verwaltung von Lizenzen und die Überwachung von Spielaktivitäten. Außerdem bearbeitet die Agentur Beschwerden von Spielerinnen und Spielern und berät die maltesische Regierung mit ihrer Expertise bei der Erarbeitung neuer Gesetze für den Glücksspielsektor.

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