Eigentlich ist an Glücksspiel überhaupt nichts Verwerfliches zu entdecken. Man braucht etwas Glück und gegebenenfalls können große Geldsummen gewonnen werden, die reichlich Zukunftsglück versprechen und Menschen viele Sorgen nehmen können. Doch ab und an geraten Spieler auch auf Abwege, wenn sie an Glücksspiel teilnehmen. Dass es aber gerade zwei Nonnen so ergeht, dürfte wundern. In den USA haben zwei an einer katholischen Schule tätigen Nonnen über Jahre Geld unterschlagen, um ihr eigenes weltliches Glück in US-amerikanischen Casinos zu finden.

Aufreizende junge Nonne im Portrait.
Solche Bilder von Nonnen sind unüblich. Doch auch Geistliche interessieren sich für Glücksspiel.

Katholische Schule wegen Glücksspiels betrogen

Bekanntlich sind gerade in den USA oftmals Geschichten zu finden, die man so wohl nirgends anders hören würde. Ob dies nur Einbildung oder Fakt ist, sei dahingestellt, unbestreitbar ist aber dieser Fall: Erst kürzlich kam heraus, dass zwei an einer US-amerikanischen katholischen Schule tätigen Nonnen über Jahrzehnte Gelder der Schule unterschlagen haben. Insgesamt soll es sich um über 500.000 US-Dollar handeln.

Noch erstaunlicher wurde es allerdings, als klar wurde, weswegen die Nonnen die Gelder an der Buchhaltung vorbeigeschleust hatten. Denn sie wollten mit den veruntreuten Geldern weder anderen Menschen helfen, noch hatten sie andere integre Gründe. Stattdessen gaben die mittlerweile reumütigen Nonnen bekannt, mit den Geldern durch US-amerikanische Casinos, vor allen in Las Vegas, getourt zu sein, um an Kartenspielen, Roulette, Würfelspielen und Co. teilzunehmen.

Was sagt die Bibel zum Thema Glücksspiel?

Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.
(1. Timotheus 6, Vers 9)

Nonnen waren Schulleiterin und Lehrerin

Das unfassbare Vergehen der beiden Nonnen war bekannt geworden, nachdem es zu einer routinemäßigen Buchprüfung der katholischen Schule in Kalifornien kam. Hier stellte sich heraus, dass wohl über knapp 20 Jahre regelmäßig Gelder aus der Schulkasse entnommen wurden – ohne dass es Nachweise gegeben habe, für welche schulischen Zwecke diese Gelder eingesetzt worden seien.

Als sich dann herausstellte, dass zwei Nonnen für die Veruntreuung an der Schule im Raum Los Angeles verantwortlich waren, seien Schüler, Eltern und auch Schulkräfte gleichermaßen geschockt gewesen, wie aus einem Bericht des Senders CNN hervorgeht.

Namentlich waren die ehemalige Schulleiterin Mary K., die 29 Jahre an der St. James School tätig war, sowie ihre Kollegin Lana C., die 20 Jahre in der Schule arbeitete, für die Tat verantwortlich. Beide Nonnen waren es kürzlich in den Ruhestand getreten und hatten erst nach Anklage zugegeben, die Tat begangen zu haben.

Keine rechtlichen Schritte geplant

Wie es für die beiden Nonnen nun weitergeht, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Ein Vertreter der Erzdiözese Los Angeles zumindest gab öffentlich an, dass keine Anzeige erstattet werden soll und man die Nonnen juristisch nicht zur Rechenschaft ziehen wolle. Allerdings wolle die Kirche interne Schritte einleiten. Worum es sich dabei konkret handeln könnte, ist nicht klar.

Angesichts des durchaus planmäßigen Vorgehens wäre eine juristische Nachverfolgung aber keinesfalls ausgeschlossen gewesen. Die Nonnen hatten nach Beschuldigung erklärt, wie sie es über Jahre vollbrachten, Gelder an der Schule vorbei zu schleusen:

  • Zum einen seien private Rechnungen mit Schulgeldern bezahlt worden. Da die Schulleiterin für die Schulbuchhaltung verantwortlich war, fiel diese Praxis über Jahre hinweg niemandem auf.
  • Zum anderen sollen Schulrechnungen, die mit Scheck bezahlt worden waren, nicht auf Schulkonten eingezahlt worden seien. Stattdessen hätten die Nonnen die Schecks auf ihre privaten Konten umgeleitet.

Im Orden „Sisters of St. Joseph of Carondelet“, dem beide Nonnen angehören, zeigten sich viele Mitglieder äußerst betroffen. Allerdings wies man auch auf die Reue der Nonnen hin. Zudem gab man bekannt, alle veruntreuten Gelder aus der Ordenskasse zurückbezahlen zu wollen. Angesichts der vergangener Ereignisse ist dieses Vorgehen aber keine Selbstverständlichkeit.

Denn tatsächlich war es nicht der erste Fall, in dem Geistliche Gelder veruntreuten, um dieses stattdessen in Casinos zu verzocken. Bereits 2013 hatte eine Nonne im Bundesstaat New York Gelder veruntreut, um damit an Glücksspiel teilzunehmen. Hier reagierten Verantwortliche aber weniger einsichtig. Stattdessen wurde die Nonne in diesem Fall auch juristisch angeklagt. Sie musste eine 90-tägige Haftstrafe antreten und das Geld, insgesamt soll es sich um 130.000 US-Dollar gehandelt haben, aus eigener Tasche zurückbezahlen.

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